Versteigerungsbedingungen

Durch die Teilnahme an der Versteigerung werden folgende Bedingungen anerkannt:
 

1. Die Versteigerung erfolgt freiwillig. Das Versteigerungshaus versteigert als Kommissionär im eigenen Namen und für Rechnung der Auftraggeber (Kommittenten). Ein Anspruch auf Benennung der Kommittenten besteht nicht.

2. Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge auszubieten oder zurückzuziehen.

3. Alle zur Versteigerung gelangenden Gegenstände können vor der Versteigerung besichtigt und geprüft werden. Sie sind gebraucht und werden in dem Zustand versteigert, in dem sie sich im Augenblick des Zuschlags befinden, ohne Gewähr und Haftung für offene oder versteckte Mängel sowie Zuschreibungen. Gleiches gilt für Auskünfte jeglicher Art, sei es mündlich oder schriftlich. Der Erhaltungszustand wird im Katalog nicht durchgängig erwähnt.
Die Katalogbeschreibungen sind weder Zusicherungen einer Beschaffenheit i. S. von § 434 Abs. 1 BGB n. F. noch einer Garantie i. S. von § 443 Abs. 1 BGB n. F. Der Versteigerer haftet nicht für Mängel, soweit er die ihm obliegende Sorgfaltspflicht bei der Beschreibung der versteigerten Gegenstände erfüllt hat. Er verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist seine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Einlieferer geltend zu machen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers stellt der Versteigerer den Erwerber schadlos. – Die Haftung des Versteigerers für Körper- und Gesundheitsschäden bleibt unberührt.

4. Der Zuschlag wird erteilt, wenn nach dreimaligem Aufruf eines Gebotes kein Übergebot abgegeben wird. In der Regel wird um 10% gesteigert. Geben mehrere Personen das gleiche Gebot ab, so entscheidet über den Zuschlag das Los. Besteht Uneinigkeit über einen Zuschlag, so kann der Versteigerer nach freiem Ermessen sofort den Zuschlag zugunsten eines bestimmten Bieters wiederholen oder den Gegenstand nochmals aufrufen. Der Versteigerer ist befugt, den erteilten Zuschlag zurückzunehmen und die Sache erneut auszubieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen und dies vom Bieter sofort beanstandet worden ist oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen. Wegen Nichterteilung des Zuschlages trotz Gebots haftet der Versteigerer dem Bieter nur, wenn ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt. Aufgrund der rechtlichen Unsicherheiten können Gebote per E-Mail nicht berücksichtigt werden.
Der Zuschlag verpflichtet zur Abnahme und Zahlung. Mit der Erteilung des Zuschlags geht die Gefahr für etwaige Beschädigungen, Verluste, Verwechslungen usw. auf den Ersteher über, das Eigentum erst bei vollständigem Zahlungseingang. Jeder Bieter kauft im eigenen Namen und auf seine eigene Rechnung, es sei denn, er weist eine notariell beglaubigte Vertretungsvollmacht nach.

5. Ab dem 01.01.1995 gilt die Differenzbesteuerung. Bei der Differenzbesteuerung wird auf den Zuschlagpreis ein Aufgeld von 27% erhoben. Bei der Regelbesteuerung besteht der Kaufpreis aus dem Zuschlagpreis und 22% Aufgeld zzgl. der zur Zeit gültigen gesetzlichen Umsatzsteuer (derzeit 19%).

6. Erfolgt ein Zuschlag unter Vorbehalt, so ist der Bieter auf die Dauer von vier Wochen an sein Gebot gebunden. Erhält er nicht innerhalb dieser Zeit den vorbehaltlosen Zuschlag, so erlischt es. Wird ein Vorbehalt nicht angenommen, kann der Gegenstand ohne Rückfrage an den Limitbieter abgegeben werden.

7. Während oder unmittelbar nach der Auktion ausgestellte Rechnungen bedürfen wegen Überlastung der Buchhaltung einer besonderen Nachprüfung und eventuellen Berichtigung. Irrtum vorbehalten, mündliche Auskünfte ohne schriftliche Bestätigung sind unverbindlich.

8. Der Kaufpreis ist mit dem Zuschlag fällig.Persönlich an der Versteigerung teilnehmende Ersteigerer haben den Endpreis (Zuschlagpreis + Aufgeld) sofort inbar in EUR (€) an das Versteigerungshaus Hugo Ruef zu zahlen. Bei Erwerb durch schriftlichen Auftrag ist die Zahlung innerhalb von 10 Tagen nach Rechnungsdatum zu leisten. Alle Arten anderer Zahlungsmittel und Zahlungswährungen werden nur aufgrund besonderer schriftlicher Vereinbarung erfüllungshalber angenommen. Für nicht eingelöste Zahlungen/Zahlungsmittel übernimmt das Auktionshaus Hugo Ruef keine Haftung. Alle dadurch entstehenden Kosten, Steuern und Gebühren gehen zu Lasten des Käufers. Dies gilt auch für den Fall der unter Punkt 8 Satz 3 aufgeführten schriftlichen Vereinbarung.

9. Ersteigertes Auktionsgut wird erst nach geleisteter Barzahlung ausgeliefert. Geht eine Zahlung nicht rechtzeitig ein, so haftet der Käufer auch ohne Mahnung für alle hieraus entstehenden Schäden. Eine Stundung wird nicht gewährt. Bei Zahlungsverzug werden Zinsen in Höhe von 2% je angebrochener Monat berechnet. Der Nachweis eines geringeren Schadens bleibt dem Käufer vorbehalten.

10. Das Versteigerungshaus Hugo Ruef kann wahlweise Erfüllung des Kaufvertrags oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung verlangen und, davon unabhängig, die Sache auf Kosten des Käufers nochmals versteigern. In diesem Falle haftet der Käufer, dessen Rechte aus dem vorangegangenen Zuschlag erlöschen, für den Ausfall, er hat dagegen auf einen Mehrerlös keinen Anspruch und wird auch zu einem weiteren Gebot nicht zugelassen.

11. Die Abholung der ersteigerten Gegenstände muss innerhalb von 3 Tagen erfolgen, sonst werden die Gegenstände ohne Mahnung auf Rechnung und Gefahr des Käufers bei einer Speditionsfirma eingelagert. Eine Haftung für Beschädigung, Verlust oder Verwechslung lehnt der Versteigerer ab. Jeder Versand erfolgt auf Kosten und Gefahr des Käufers.

12. Für Kunden, die an der Auktion persönlich nicht teilnehmen können, werden schriftliche Aufträge entgegengenommen und interessewahrend durch den Auktionator ausgeführt. Die Aufträge müssen bei Besichtigungsschluss vorliegen.

13. Der Versteigerer übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Übertragung der entsprechenden Daten in die Versteigerungsunterlagen. Die Haftung des Versteigerers aus diesem Vertrag außerhalb eventueller Gewährleistungsansprüche ist auf die Fälle von Vorsatz und grober Fahrlässigkeit beschränkt. Ein Anspruch auf Ersatz mittelbarer oder Folgeschäden ist ausgeschlossen.

14. Es gilt ausschließlich deutsches Recht.
Das einheitliche UN-Kaufrecht (CISG, BGBl II 89, S. 588) wird ausgeschlossen. München wird als Zahlungs- und Erfüllungsort sowie ausschließlicher Gerichtsstand vereinbart für den Fall, dass
a) die Vertragspartner Kaufleute i. S. des HGB sind;
b) die im Klageweg in Anspruch zu nehmende Partei nach Vertragsabschluss ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort aus dem Geltungsbereich der deutschen Zivilprozessordnung verlegt oder ihr Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Zeitpunkt der Klageerhebung nicht bekannt ist;
c) der Vertragspartner keinen allgemeinen Gerichtsstand in der Bundesrepublik Deutschland hat.

15. Der Inhalt dieser Bedingungen gilt auch im Falle eines nachträglichen freihändigen Verkaufs von Gegenständen durch das Versteigerungshaus an einen Erwerber.